Warum Sie es sich nicht leisten können, mit der Aktivierung des Marketings bis zum Black Friday zu warten

Michael Noack | 17 September 2020

Bis zum diesjährigen Black Friday ist es noch lange hin, oder? Die richtige Antwort lautet hier eindeutig: Jein! Ok, einerseits sind es noch gute zehn Wochen bis dahin. Scheinbar also viel Zeit. Andererseits, wenn Sie weiter unten erfahren, wie sich das Kaufverhalten zum Jahresende in den letzten Jahren entwickelt hat, dann wird es Zeit, sein Marketingkonzept schon mal an den Start zu bringen.

Black Friday hat sich inzwischen fest in den Köpfen verankert

Das Wochenende des Black Friday ist inzwischen zu einem weltweit anerkannten Einzelhandelsevent geworden, der gleichbedeutend mit dem großen Weihnachtsboom ab Ende November ist. Viele digital aufgestellte Einzelhandelsunternehmen haben erkannt, dass diese Verkaufsaktion einen großen Teil ihrer jährlichen Umsatzgenerierung ausmacht. Daher planen viele eine eigene Marketingkampagne, die auf diese Veranstaltung zugeschnitten ist.

Es ist häufig sogar so, dass der Aufbau einer kreativen Kampagne rund um den Black Friday und die Ausweitung der Aktivität auf das Wochenende, sogar bis in den Dezember hinein, mittlerweile gängige Praxis ist. Es ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung. Aber macht der Aufbau einer festlichen Kampagne rund um den Black Friday wirklich das Beste aus dieser Shopping-Möglichkeit?

50% der Weihnachtseinkäufe werden schon vor dem Black Friday getätigt

Jüngste Daten, die von Google und anderen Marktforschungs-Unternehmen veröffentlicht wurden, zeigen, dass in Wirklichkeit mehr als 50% aller Weihnachtseinkäufe von den Verbrauchern vor dem Schwarzen Freitag getätigt werden. Mit einem saisonalen Spitzenwert, der von Anfang bis Mitte November stattfindet.

Verstehen Sie uns jetzt nicht falsch. 50% aller Weihnachtseinkäufe von Ende November bis Mitte/Ende Dezember sind immer noch absolut unglaublich viel Verkauf und Umsatz in einem sehr kurzen Zeitraum. Aber jedes Einzelhandelsunternehmen muss sich fragen, ob es bereit ist, die anderen 50%, die vor dem Schwarzen Freitag stattfinden, zu verpassen. Wäre da nicht eine Marketingkampagne zur Unterstützung dieser Phase des Vor-Weihnachtsgeschäftes absolut sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig?

Ob Qualität oder Schnäppchen, alles eine Frage des Zeitpunktes

Neben dem Verhältnis der Verkäufe und ihrer zeitlichen Verteilung gibt es noch ein weiteres Verbraucherverhalten zu berücksichtigen. Wenn Sie sich die Suchanfragen und die Trends der Verbrauchersuche von Anfang November bis Weihnachten ansehen, sehen Sie eine große Veränderung im Verhalten der Konsumenten. Der frühe Spitzenwert im November zeigt einen höheren Prozentsatz von Nutzern, die nach Produkten, Marken und Fragen zu Produktspezifika suchen. Alles in allem ein hoher Fokus auf tatsächliche Kaufabsichtsfragen im Zusammenhang mit Produkten. Dies ändert sich dramatisch, wenn wir auf das Wochenende des Schwarzen Freitag treffen. Der Trend zeigt dann einen enormen Anstieg bei der Suche nach den besten Preisen, den besten Deals und Angeboten.

Es ist Zeit zu handeln

Obwohl der Kalender immer weniger Zeit bis zum großen Tag anzeigt, machen sich die Verbraucher im Dezember viel mehr Gedanken über Angebote und günstige Preise als über das richtige Produkt. Daher stehen die Chancen gut, dass Sie als Einzelhändler bei dem, was Sie Anfang November verkaufen, in Bezug auf die einbehaltene Marge besser abschneiden werden als im Dezember.  Denn  da liegt der Schwerpunkt auf möglichst billiges Kaufen statt auf bestimmte Produkte.

Vielleicht ist es an der Zeit, neu zu bewerten, wie wir das Marketing zur Weihnachtszeit angehen. Mit einem viel früheren Start unserer Kampagnen und einem Messaging-Swap in der Mitte, um den Wünschen der Verbraucher entgegenzukommen.